Herzlich willkommen!

Sonntag in acht Tagen: Kirche mit Kindern

2020-02-02

Arbeitsreich und mutmachend: Landessynode 2020

Arbeitsreich, intensiv, anstrengend, aber gemeinschaftsstiftend und Mut machend: so stellt sich die Synodenwoche der Evangelischen Kirche im Rheinland in Bad Neuenahr nicht nur für die heimischen Abgeordneten dar. Fünf Tage lang waren Superintendentin Andrea Aufderheide, Pfarrer Marcus Tesch (Wissen), Pfarrer Steffen Sorgatz (Daaden/erstmalig), Frank Schumann und Petra Stroh dort im Einsatz. Schutz vor sexualisierter Gewalt, das Miteinander von Kirche und Diakonie, Juden und Christen, Kirchliche Hochschule, Ökumene, Kirchentag, Kindergrundsicherung – eine Fülle von wichtigen Entscheidungen stand auf dem proppenvollen Tagungsplan. Ebenso blickten die Synodalen auf Entwicklungen, die das Leben auf allen kirchlichen Ebenen berühren, reflektierten ihre Beschlüsse, korrigierten oder passten sie an und schufen Arbeitsgrundlagen für neue Herausforderungen.

Wie die Synode dabei auch mit schwierigen internen Themen umgegangen ist, beeindruckte die Synodalen. Gezeigt habe etwa die turbulente Aufarbeitung der landeskirchlichen Software-Umstellung, dass eine ernsthafte, emotionale und doch sehr geschwisterliche Diskussion zu einem großen Konsens führen könne.

AK Synodalen am Tisch
Fünf der rund 200 Synodalen bei der Landessynode kommen aus dem Kirchenkreis Altenkirchen. Superintendentin Andrea Aufderheide, Petra Stroh und Frank Schumann (re) und Pfarrer Marcus Tesch und Pfarrer Steffen Sorgatz (li) erlebten arbeitsreiche und intensive Tage bei der letzten Synode in dieser Zusammensetzung. (Foto: Geffert)

Viele, nicht nur finanzielle Beschlüsse der Landessynode, des obersten Entscheidungsgremiums unserer Kirche, betreffen direkt die Arbeit in unseren Gemeinden und im Kirchenkreis: etwa zu Wahlordnungen rund um die Presbyterien und die Kreissynode oder zur Einstellung von Kirchenmusiker*innen.

Wie Kirche in gesellschaftlich relevanten Fragen denkt, machte die Landessynode ebenfalls deutlich. So positionierte sie sich gegen Kinderarmut und verankerte den Schutz vor Missbrauch im Kirchengesetz. Die Synode erneuerte ihren Beschluss über ihr Verhältnis zum Judentum und will ihre Bemühungen um klimagerechte Lebensweisen intensivieren.

„Christen müssen Hass und Populismus entgegentreten“ appellierte Präses Rekowski angesichts von zunehmender Gewalt und Gegeneinander; eindringlich bat die Landessynode die Gemeinden zudem, dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ beizutreten. Präses Rekowski: „Man kann über die konkrete Ausgestaltung von humanitärer Flüchtlingspolitik kontrovers diskutieren, aber man lässt keinen Menschen ertrinken!“

Im kommenden Jahr wird eine „neue“ Landessynode zusammenkommen. Nach den Presbyteriumswahlen im März werden allerorten u.a. auch die Kreissynoden und die Landessynodalen neu gewählt. Auch eine/n neue/n Präses wird die Landessynode im Januar 2021 wählen: Manfred Rekowski wird nicht erneut kandidieren. PES

Er ist unser Friede!

Kennen Sie eigentlich die „Black Stories” in der Bibel-Edition? Rabenschwarze Rätsel rund um das Buch der Bücher:

TitelEin Mitspieler liest eine Schlagzeile vor und die anderen müssen herausfinden, welche biblische Geschichte sich dahinter verbirgt. Z.B: Prostituierte versteckt Juden und entgeht so als einzige einem Massaker.

Auflösung: Im Buch Josua im Alten Testament wird berichtet, wie Josua vor der Eroberung Kanaans zwei seiner Männer losschickt, das Land auszukundschaften. Die beiden kehren in Jericho bei der Hure Rahab ein. Der König bekommt Wind davon und schickt Soldaten los, die Männer zu töten. Unter Einsatz ihres Lebens versteckt Rahab die beiden Männer. Zum Dank überlebt sie und ihre Familie als einzige die Eroberung Jerichos und wird später die Urururgroßmutter von König David.

Eine wirklich unglaubliche Geschichte! Eine Prostituierte, eine Kanaanäerin, „Heidin“, die Juden rettet. Sie hat vielleicht andere Motive als z.B. Corrie ten Boom, jene niederländische Uhrmachermeisterin und gläubige Christin, die zur Zeit des Nationalsozialismus Juden in ihrem Haus versteckte. Die verraten wurde, mit dem Vater und der Schwester zusammen ins Konzentrationslager gebracht wurde, wo der Vater sogleich ermordet wurde und die Schwester infolge der grauenhaften Lagerbedingungen starb. Corrie selbst überlebte nur ganz knapp und durch einen Zufall, aber sie selbst sieht es als göttliche Fügung. Nach dem Krieg hat sie ein Buch geschrieben, das dann auch verfilmt wurde: „Die Zuflucht“.

Vor 80 Jahren führte der Antisemitismus in den Holocaust und kostete sechs Millionen Jüdinnen und Juden das Leben.

Umso unfassbarer ist, dass es auch heute wieder antisemitische Ausschreitungen in deutschen Städten wie Halle und Berlin gibt, dass auch heute Juden sich in unserem Land nicht mehr sicher fühlen. Brauchen wir bald wieder Menschen wie Rahab und Corrie, die jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen verstecken? Das kann’s doch wohl nicht sein!

Die Jahreslosung 2019 lautet: Suche den Frieden und jage ihm nach! – Und dieses Psalmwort steht sogar schon im Alten Testament. Im Neuen Testament wird dann der Friede in Jesus Christus Person: „Er ist unser Friede“. Weil unser Gott ein Gott des Friedens ist, der Frieden und Versöhnung mit allen Menschen und Nationen will!

Damit wir auch in diesem Jahr an Weihnachten wieder in den Ruf der Engel einstimmen können: „Friede sei Gott in der Höhe und den Menschen ein Wohlgefallen!“

Ihre Pfarrerin Andrea Ehrhardt