Herzlich willkommen!

„Ich sammle Farben für den Winter“

Die Frauen der Ev. Frauenhilfe Altenkirchen gestalteten gemeinsam ein buntes Herbstbild mit vielen Früchten und Beeren

Der Herbst ist die Jahreszeit der vollen Scheunen, aber auch der leeren Stoppelfelder, der goldenen Äpfel und der fallenden Blätter. Früchte werden geerntet, gesammelt und Vorräte für den Winter angelegt. Wir sammeln nicht nur materielle Vorräte, sondern auch Vorräte anderer Art - nämlich Vorräte für die Seele.

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Da gibt es Farben, die schöne Erinnerungen wecken oder Worte die uns aufgebaut haben in verschiedenen Situationen. All das Gute nicht zu vergessen, das wir von Gott empfangen und erfahren haben, dafür dankten die Frauen mit schönen Liedern. Auch der Kaffeetisch war mit gutem Kuchen , den die vielen Septembergeburtstagskinder mitgebracht hatten, reich gedeckt.

Ein altes Sprichwort sagt:„Gott gibt uns das Gedächtnis, damit uns im Dezember Rosen blühen.“ Rosen im Winter, das sind Erinnerungen an Sommertage. Das sind Hoffnungsträger in einer kalten Zeit. Ute Berg

Unterwegs entdeckt

An einem Samstag in Koblenz sehe ich die Tür der Citykirche offen stehen. Neugierig gehe ich hinein.

2018-Sommer_Dreifaltigkeit_KoblenzMich empfängt ein heller Raum, durch zwei Altäre gegliedert: einer im ersten Drittel der Kirche ganz nah bei der Gemeinde und ein zweiter ganz vorne, wie gewohnt. Der erstgenannte Altar bildet eine Spitze des Ovals, in dem die Stühle platziert sind. Gemeinde als Gemeinschaft, die sich gegenseitig (an-)sieht und der Altar als Teil des versammelten Runds. Eine „protestantische Sitzform“ des Priestertums aller Gläubigen? In einer katholischen Kirche? Die Zukunft einer einzigen überkonfessionellen Kirche schon spürbar? Doch was entdecke ich im Chorraum?

Ich muss näher heran: von ferne sehe ich den Gekreuzigten, doch mit jedem Schritt näher scheint es, als stehe dort ein Lebendiger, den Kopf zum Himmel gerichtet, die Körperumrisse einer Frau ähnelnd. Die Arme erhoben wie bei einer, die segnet oder einem, der betet. Eine Hand geht fast schon über in die Hand des Schöpfergottes, dargestellt in dem alten überlieferten Bild des Gottvaters als Schöpfer allen Lebens. Und dessen rechte Hand reicht wie ein Bogen zu dem Flügel eines Vogels. Der andere Flügel berührt die Hand des Gekreuzigten oder Auferstandenen.

Jetzt kommt alles zusammen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Wie vielfältig sich Gott uns zeigt! Die Künstlerin Edith Peres-Lethmate weitet unseren Blick und unser Hören. Die Kreuzigung als ein Ton des Dreiklangs im vielstimmigen Konzert Gottes zwischen Tod und Leben, zwischen Himmel und Erde, zwischen gebunden und frei sein. Ich danke denen, die sich 1959 für dieses Chorbildnis entschieden haben! Ich gehe beschenkt aus der Kirche mit einem Bild – unterwegs entdeckt–, das noch immer zu mir spricht.

Vielleicht entdecken Sie auch etwas, das Sie mit uns teilen wollen. Schreiben Sie uns und vielleicht erscheint es im nächsten Gemeindebrief.

Mit guten Segenswünschen Ihre
Pfarrerin Gudrun Weber-Gerhards