Herzlich willkommen!

Gitarrisssimo – ein Konzert mit Petrit Čeku und Streichertrio

Villa Musica nutzt erstmals die Altenkirchener Konzertkirche

Wenn Petrit Čeku, der kroatische Gitarrist, sein Sechs-Saiten-Instrument anklingen lässt, nehmen sich die ihn begleitenden Musiker gerne zurück. Bisweilen wird der international renommierte Gitarrist wertschätzend als „Pagagini der Gitarre“ tituliert. Und seine musikalische Karriere scheint diesen Ehrentitel zu bestätigen, denn Çekus außergewöhnliche Sensibilität und sein besonderes Ausdrucksvermögen beeindrucken das Publikum weltweit. Er tritt in ganz Europa und Nordamerika auf, war Solist in bedeutenden Sinfonieorchestern wie Baltimore Symphony Orchestra, tschechisches Philharmonisches Kammerorchester und State Hermitage Orchestra St. Petersburg.

Dass Čeku nun im Rahmen eines ersten Villa Musica-Konzerts in der Konzertkirche Altenkirchen am 7. März um 19 Uhr musiziert, freut die Gastgeberin, die Evangelische Kirchengemeinde samt Konzertkirche-Team besonders. Denn die Stiftung der Landesregierung Rheinland-Pfalz zielt auf die Förderung junger Musiker und die Veranstaltung von Konzerten. Ihr musikalisches Wirken ist allen Musikliebenden im ganzen Bundesland ein Begriff. „Deshalb sind wir froh, nun auch in den erlauchten Kreis der Musikstätten aufgenommen worden zu sein“, bewertet Martin Schmid-Leibrock vom Konzertkirche-Team diese Entwicklung.

Nun kommt Petrit Çeku, Musik-Professor an der Universität Graz, in Begleitung dreier Streicher:innen in die Kreisstadt. Das Ensemble bietet reizvolle Kombinationen der Saiteninstrumente mit unendlichen Möglichkeiten. Mit dem Streichertrio aus Stipendiaten der Villa Musica ist ein Programm erarbeitet, das Gitarrenspiel mit dem Feuer des Balkans und der Eleganz Österreichs assoziiert.

Plakat

Es umfasst Werke von Ferdinando Carulli (Andante varié et Rondeau, op. 155), Joseph Haydn (Quartett für Gitarre und Streichtrio D-Dur), Boris Papandopulo (Quartett für Gitarre und Streichtrio), Enrique Granados (Danzas Españolas Nr. 2 und 11) und Niccolò Paganini (Quartetto Nr. 10 A-Dur). Geboren 1985 in Prizren (Kosovo), erhielt Çeku seinen ersten Gitarrenunterricht als 6-jähriger, studierte in Zagreb und anschließend in Baltimore (USA) fort, wo er 2013 sein Examen ablegte. Als Musikpädagoge unterrichtet er Gitarre als Professors an der renommierten Universität Graz, außerdem u.a. an der Polnischen Gitarrenakademie.

In der Villa Musica nutzt der vielfache Preisträger die Möglichkeit, mit jungen Musikern zu arbeiten und seine Erfahrungen zu teilen. 2015 veröffentlichte er seine Einspielung der sechs Bach-Cellosuiten in einem Arrangement für Gitarre von Valter Dešpalj.

Der Eintritt zu diesem Villa Musica-Konzert am 7. März um 19 Uhr beträgt 18 €. Karten sind sowohl an der Abendkasse als auch im Vorverkauf im Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde, Stadthallenweg 16 (Tel.: 02681 8008-40) erhältlich.

Mit Gefühl - 7 Wochen ohne Härte

Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland

i-321Warum fasten wir eigentlich? Einkehr, Umkehr, Besinnung. Eine Zeitlang auf Gewohntes zu verzichten ist mehr als eine alte Tradition.

Seit Jesu Tod erinnern sich Christen in den Wochen vor Karfreitag an das Leiden und Sterben Jesu Christi und bereiten sich auf Ostern vor, auf die Botschaft von der Auferstehung. Die sogenannte Fasten- oder Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Kalendarisch dauert die Passionszeit allerdings länger als 40 Tage, weil man die Sonntage als Feiertage vom Fasten und Büßen ausgenommen hat.

Den Himmel milde stimmen

Früher war das ganze Kirchenjahr durchgetaktet nach Tagen und Wochen des Fastens und es gab genaue Speisevorschriften für diese Zeiten. Etwa im Mittelalter waren gutes Essen und Musik, der Spaß an Spiel, Tanz und am Feiern nur erlaubt nach Fristen und Geboten.

So ging es mehr und mehr darum, beim Fasten nur nichts falsch zu machen. Und andersherum betrachtet: mit regelmäßiger Askese Gott zu gefallen – oder dem Papst, dem Pfarrer oder auch dem Nachbarn. Enthaltsamkeit schien ein probates Mittel, den Himmel milde zu stimmen.

Mit der Reformation wurden diese strengen Regeln infrage gestellt. Martin Luther lehnte die Vorstellung ab, dass Verzicht und Askese als gute Werke vor der Hölle bewahren. Gefastet hat er wohl, doch nicht als religiöse Pflicht. Er empfiehlt das Fasten „als eine feine äußerliche Zucht“ - aber eben nicht als Weg zum Heil.

Wer in der Fastenzeit auf etwas verzichtet, darf daher nach protestantischem Verständnis selbst entscheiden, was ihm gut tut. Heute knüpft kaum mehr jemand sein Seelenheil an den Verzicht auf Fleisch oder andere Genüsse in der Fastenzeit. Eher gilt sie als Zeit der Einkehr, der Umkehr und Besinnung.

Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn (Mt 4,2)

Damit erinnern christliche Fastentraditionen an die vierzig Tage und Nächte, die Jesus nach seiner Taufe in der Wüste verbrachte und fastete. Im Alten Testament begegnen Menschen mit Fasten den Übergängen zwischen unterschiedlichen Phasen und Sphären.

In der Sphäre zwischen Leben und Tod, beim Trauern oder in Lebensgefahr wurde gefastet – vornehmlich in Sack und Asche. Aber auch zu Gerichtsprozessen, an der Grenze von Recht und Unrecht, enthielt man sich der gewohnten Speisen. Und wer sich an Gott wenden will, bereitet sich mitunter in einer Fastenzeit darauf vor.

In diesem Sinne bedeutet Fasten, Gott gegenüber eine fragende Haltung einzunehmen und zu hören, was er zu sagen hat. Im Verzicht der Fastenzeit lebt die Erinnerung daran, dass wir es nicht immer allein und selber am besten wissen, was gut für uns ist.

Probehalber etwas anders zu machen – auch wenn es schwer fällt – kann die Entdeckung mit sich bringen, dass es anders besser sein könnte. Eine Weile das zu vermeiden, womit wir sonst viel Zeit verbringen und uns besonders im Wege stehen, das setzt Kräfte frei.

Die andere Skizze von mir

So kann das Fasten ein jährlicher kleiner Entwurf sein: Was wäre wenn? Was wäre, wenn ich nicht jeden Abend auf dem Sofa zu bewegten Bildern einschlafen würde? Wenn ich jeden Tag eine neue Begegnung wagen würde, wenn ich vorwärts schauen würde, statt zurück? Die Skizze eines anderen Alltags, der Blick in eine andere Richtung, eine Perspektivverschiebung.

Auch heute verlassen wir in der Fastenzeit die bekannten Pfade, wir machen vielleicht einen Bogen um den Kühlschrank, meiden den Zigarettenautomaten oder gehen überhaupt mal wieder zu Fuß. Wir entziehen uns Kalorien, Konsum oder Komfort. Wir brechen mit Gewohnheiten, selbstverständlichen Gesten des Alltags, machen etwas anders als sonst und bringen damit, leise und ohne ruckartige Bewegungen, gewohnte Ordnungen durcheinander.

Vielleicht läuft alles nicht mehr ganz so rund und vorhersehbar wie sonst. Vielleicht stolpert man auf einmal im gewohnten Takt. Der Tagesablauf verschiebt sich, Zeit ist da, wo Hetze war. Ruhig und wach hören wir uns selber wieder – und Gott. Diese Zeit im Kirchenjahr lebt auf Veränderung und Erneuerung hin.

Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt zur Seite und es zeigt sich auf einmal etwas anderes, Unerwartetes, lange Übersehenes. Wenn das gelingt, dann lassen wir bekanntes und umrissenes Gelände hinter uns und fasten auf einen ständig weiter werdenden Horizont hin. Dann finden wir danach den Weg in die Gewohnheit vielleicht gar nicht wieder zurück – und gehen einen neuen. Dann leuchtet vom Ende der Fastenzeit her Ostern auf, die Auferstehung, das Leben nach dem Tod.

„7 Wochen Ohne“ heißt die Fastenaktion der evangelischen Kirche und der Name ist Programm. Hier geht es nicht darum, was man weglässt in den Tagen vor Ostern, es geht ums „Ohne“.

Wir laden Sie ein, sieben Wochen auf etwas zu verzichten und damit in dieser Zeit etwas freizulegen und in Bewegung zu bringen. Dafür soll Raum sein. Gestalten Sie Ihr Leben „7 Wochen Ohne“ und entdecken Sie die Fülle. Der Verzicht macht Appetit – auf das Leben.

Kathrin Althans

Die Johannespassion

Vorankündigung für den 15. März, 18 Uhr: Unsere um einen Projektchor verstärkte Kantorei singt, begleitet von der Camerata Instrumentale Siegen und unterstützt von vielen hochkarätigen Solist:innen, die Johannespassion von Johann Sebastian Bach.

JP plakat

Ein neuer Name wird gesucht

Die Kirchenkreise Altenkirchen und Wied suchen einen neuen gemeinsamen Namen – Sie sind gefragt!

Die Kirchenkreise Altenkirchen und Wied bereiten ihre Fusion zu einem gemeinsamen Kirchenkreis vor, die zum 1. Januar 2028 geplant ist. Ein weiterer Schritt auf diesem Weg ist die Suche nach einem gemeinsamen Namen.
Die Lenkungsgruppe zur Fusion der beiden Kirchenkreise lädt daher zur Beteiligung ein: Gemeindemitglieder, Mitarbeitende und Engagierte in Kirche und Diakonie sowie die Kirchengemeinden selbst können Vorschläge für den Namen des künftigen Kirchenkreises einreichen.

Namensvorschläge sind bis 31. März 2026 per E-Mail an oeffentlichkeitsreferat.altenkirchen@ekir.de möglich.
Die eingegangenen Vorschläge werden gesammelt und in die Beratungen der Leitungsgremien eingebracht. Eine Entscheidung soll im Frühjahr 2026 vorbereitet und der gemeinsamen Kreissynode im Juni 2026 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

Weitere Informationen zum Fusionsprozess finden sich auf den Homepages der Kirchenkreise Altenkirchen und Wied.

Lust an der Zukunft

Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5

TitelMitgliederrückgang, Bedeutungsverlust, Mangel. Oder ganz simpel: Niedergang. In zahlreichen Begegnungen und in vielen Gesprächen, die ich im gemeindlichen Kontext führe, spiegelt sich genau diese Stimmung wider. Die Zukunft zeigt sich nicht als strahlendes, grenzenloses Land, sondern als finsteres schwarzes Loch, das uns gierig verschlingt und mutlos macht. Veränderungen lösen Bedenken, ja sogar Ängste aus. Am schwersten fällt uns wohl, zu begreifen, dass es keine Alternative zur Zukunft gibt. Im Jetzt zu verweilen, ist aber nicht unser Weg – Gott zieht uns in die Zukunft hinein.

Dabei ist die Bibel doch voll von Geschichten von Menschen, die sich aufmachen, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben: Abraham bricht auf ins Ungewisse, weil Gott ihn dazu auffordert. Das Volk Israel macht sich aus Ägypten auf den Weg mit einer vagen Verheißung von einem Land, in dem Milch und Honig fließen. Die Jüngerinnen und Jünger lassen ihr bisheriges Leben hinter sich, um dem Einen zu folgen, dessen Botschaft sie begeistert. Die Apostel gehen hinaus in alle Welt und vertrauen darauf, dass sich Orte finden, an denen das Wort Gottes lebendig wird und unter den Menschen Gestalt annimmt. Sie alle brechen auf – nur auf ein Wort hin. In ihrer Haltung finde ich den Mut zum Aufbruch, die Lust an der Zukunft und die Freude auf das Neue.

257_3706_rgbWie sehr wünsche ich uns den Mut, Gegenwärtiges ernsthaft zu hinterfragen und Zukünftiges leicht zuzulassen, offen zu sein für das Neue. Ja, brechen wir auf, werden wir einiges, was uns vertraut war, lassen, lassen müssen – für das, was uns künftig lieb und wertvoll werden kann. Das Neue aber entdecken wir nur, wenn wir zuvor aufbrechen. Und nicht im Klagen verharren, auch wenn wir spüren, dass wir weniger werden. Wir werden es nur entdecken, wenn wir aufbrechen – mit Gottvertrauen – und erkennen, dass wir anders werden. Das aber gehört zu unserer christlichen Identität. Wir sind und bleiben das wandernde Gottesvolk. Das biblische Wort für das neue Jahr 2026 aus der Offenbarung des Johannes will uns bei unserem Aufbruch ermutigen: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Diese Worte zeugen von den Möglichkeiten des Neuen und dem Vertrauen auf Gottes Geleit. Zeugen davon, dass Gott uns nicht nur in der Gegenwart begleitet, sondern in der Zukunft auf uns wartet. Möge es uns also gelingen, in der Gemeinschaft an dem Neuen mitzuwirken, das uns Gott immer wieder schenkt.

Gott segne Sie,
Ihr Pfarrer Martin Göbler